Reisen

Die Reisemöglichkeiten zwischen DDR und Sowjetunion waren eingeschränkt und nur mit organisierten Reisen oder auf persönliche Einladung (zunächst auch nur für Verwandte ersten Grades) möglich. Deshalb suchten manche Sowjetbürger Kontakte zu Deutschen, um eine private Einladung zu erhalten. Gegenseitige Besuche führten oft zu langjährigem Austausch.

Außerdem gab es – zumeist jüngere – Ostdeutsche, die mit Transitvisa (beispielsweise zur Weiterreise nach Rumänien oder in die Mongolei) in die Sowjetunion einreisten und Zeit und Raum auf ihre Weise interpretierten. Sehnsucht nach Weite (oder von Alpinisten nach dem Hochgebirge), Neugier auf andere Kulturen und pure Abenteuerlust brachten einige auf gewitzte Ideen, um Vorschriften zu umgehen und jenseits vorgeschriebener Reiserouten eigene Wege zu erkunden. Sie alle erzählen von überwältigender Gastfreundschaft. Und wenn sie es doch mit der Miliz zu tun bekamen, machten sie meist die Erfahrung, dass diese vor allem daran interessiert war, diese seltsamen Ausländer loszuwerden statt sie zu bestrafen.